Bürgerversammlung zum Umbau Bahnhofstraße: Tausche Querungshilfe gegen Parkplätze

Schwerte. Wenn die Bahnhofstraße umgestaltet ist, wird sie keine 30 Parkplätze mehr haben, sondern nur noch 27. Das trieb am Mittwochabend auf einer Informationsveranstaltung der Stadt im Bürgersaal doch dem einen oder anderen Besucher Sorgenfalten auf die Stirn. Das ging sogar so weit, dass um Querungshilfen und Parkplätze gefeilscht wurde. Stadtplaner Adrian Mork und seine Mannschaft nahmen’s gelassen. Wenn in Kürze wieder über die Entwurfsplanung gesprochen werde, wolle man auch das einfließen lassen.

Der Bürgersaal war gut besucht, als die Verwaltung ihre Pläne zur Umgestaltung der Bahnhofstraße vorstellte – Pläne übrigens, die auch in Ab- und Rücksprachen mit der Immobilien- und Standortgemeinschaft Bahnhofstraße (ISG) entstanden sind. Bauliche Mängel und allgemeiner Handlungsbedarf angesichts der Wichtigkeit dieser Verbindung zwischen Bahnhof und Innenstadt hatten die Pläne reifen lassen. Sie sind Teil des Integrierten Handlungskonzeptes der Stadt und rufen bei Experten Anerkennung hervor.

Diskussionen um die Bahnhofstraße - CDU: Einbahnstraße mit Parkmöglichkeiten

Hastingsallee/Karl-Gerharts-Straße verampeln

Aber die Parkplätze! Joachim Kockelke, 2. Vorsitzender der Werbegemeinschaft, regte an, doch auf eine der vier vorgesehenen Querungshilfen zu verzichten. Das bringe zwei Parkplätze mehr. Gerade noch hatte Adrian Mork auf neu entstehende Parkplätze im Bahnhofsbereich hingewiesen. Was Joachim Kockelke nicht sagte: Er möchte nach der Verlegung der Bushaltestelle vor den Stadtpark im dann freien Bereich zwischen Standuhr und Sparkasse zehn weitere Schrägparkplätze haben. „Zwei bis vier könnten für Behinderte eingerichtet werden, der Rest könnte Kurzzeitparkern vorbehalten sein“, schreibt er in einer Stellungnahme, die die Redaktion am Donnerstagmorgen erreichte. Darin bittet er zudem zu prüfen, ob während der Umbauphase eine Vollsperrung nicht in drei Schritten erfolgen kann: von Sparkasse bis Gasstraße, dann von Gasstraße bis Poststraße und schließlich von Poststraße bis Kreuzung. Er wünscht das im Sinne einer schnelleren Bauzeit.

Joachim Kockelke wünschte sich in der Versammlung die Verampelung des Einmündungsbereichs Karl-Gerharts-Straße/Hastingsallee. Das hätte den Vorteil, dass aus der Stadt abfließender Verkehr diesen Bereich nicht mehr fürchten müsse und Autofahrer dann darauf verzichten würden, die Bahnhofstraße des schnelleren Wegkommens wegen als alternative Route zu wählen. Das wiederum würde zu einer Entlastung des Knotenpunkts an der Bahnhofkreuzung führen, und deshalb könne doch dann dort auf eine eigene Linksabbiegerspur verzichtet werden, um in diesem Bereich den Bürgersteig bei Bäcker Becker in der Breite dem Rest des Gehwegs anzupassen. Auch darüber werde man sich noch einmal unterhalten, so Adrian Mork.

Keine haltenden Busse auf der Fahrbahn

Eine Reihe weiterer Fragen bewegte die Besucherinnen und Besucher. Ob denn die Fahrbahn noch breit genug sei, damit Rettungsdienste passieren könnten, war eine davon. Die fehlende Linksabbiegerspur aus der Karl-Gerharts-Straße heraus wurde bemängelt; das passe gar nicht zum Charakter einer Haupteinfallstraße und was denn jetzt die Besucher aus dem Dortmunder Süden machen würden. Busse auf der Fahrbahn halten zu lassen, sei ein großer Fehler, weil sie den Verkehrsfluss behindern würden, meinte ein Mann aus dem Dortmunder Süden. Und die Fahrradfahrer? Bei einer Höchstgeschwindigkeit von 20km/h sei das Nebeneinander von Fahrrädern und Autos kein Problem, sagte Jan Menges aus dem Bereich Stadtplanung.

Wenn die Bahnhofstraße umgebaut wird, müssen sich auch die Anwohner an den Kosten beteiligen. Das schreibe, so Adrian Mork, das Kommunale Abgabengesetz so vor. Nach dem müssen verkehrliche Anlagen bei einer Erneuerung mit den Anwohnern abgerechnet werden. Rund 1,3 Millionen Euro kostet das Projekt, umlagefähig sind davon 375000 Euro. Das ist noch eine Menge, aber immerhin erheblich weniger als der erste Ansatz, der von 440000 Euro ausgegangen war.

ANSICHTSSACHEN

Aufenthaltsqualität vor Parkplätzen

 

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