Die Felder sind bestellt: Landwirte haben Sommerfrüchte ausgesät

Der Winterweizen treibt schon aus. Mit der Frühjahrsbestellung haben Bernd Schulte und seine Kollegen bereits vor zwei Wochen begonnen.

Schwerte. Der Winter ist zumindest kalendarisch gerade erst vorbei und schon geht es für die Landwirte wieder los: Die Felder müssen für das Frühjahr neu bestellt werden. Auch in Schwerte haben die Ackerarbeiten bereits begonnen, wie Bernd Schulte, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes, berichtet.

„Eigentlich hatten wir ja gar keinen Winter“, sagt der hauptberufliche Landwirt, der auf Haus Rutenborn in Geisecke neben dem Ackerbau auch eine Fleischrinderzucht betreibt. Die Wintersaat hat die eigentlich kalte Jahreszeit daher gut überstanden. Lediglich im Januar habe es eine einzige Frostwoche gegeben. Bis dahin sei es relativ – fast schon zu warm – gewesen, sodass die Pflanzen ohne die übliche Winterruhe auskommen mussten. Jetzt im Frühjahr steht die Bestockung an, das heißt Weizen, Roggen und Gerste bilden ihre Triebe aus.

Pflügen, eggen und säen

Das haben die Sommerfrüchte erst noch vor sich. Mitte März sind Schwertes Bauern ausgerückt, um ihre Äcker zu pflügen, um den Boden zu lockern und zu mischen, damit Sauerstoff hinein kommt. Anschließend folgt das Eggen und Säen in einem Arbeitsschritt mit einer speziellen Maschine am Traktor. Das Eggen dient dazu, die raue Oberfläche nach dem Pflügen wieder glatt zu machen. Die meisten Landwirte haben Hafer, Sommergerste und teilweise auch Bohnen ausgesät. Einen festen Termin oder Zeitraum gibt es dafür nicht. „Der Boden muss abgetrocknet sein“, nennt Bernd Schulte das wichtigste Kriterium für die Aussaat.

Im April kommt dann auch der Mais aufs Feld. Dementsprechend wird er im Vergleich zu den anderen Sommerfrüchten nicht schon ab August und September, sondern erst im Oktober abgeerntet. Der sogenannte Silomais wird anschließend als komplette Pflanze für die Rinderfütterung im Herbst verwertet, während beim Körnermais nur die Kolben hauptsächlich an Schweine verfüttert werden.

„Weniger ist immer gut“

Pflanzenschutzmittel kamen bisher noch nicht zum Einsatz, werden aber von den insgesamt etwa 18 Betrieben in Schwerte genutzt. „Weniger ist immer gut“, so die grundsätzliche Devise nach Bernd Schulte. Doch, ob und wann der Pflanzenschutz nötig ist, hängt stark vom Wetter ab. Ist es beispielsweise im Frühjahr relativ kalt, entwickeln sich Pilzkrankheiten während des Pflanzenwachstums nämlich nicht so gut wie bei hohen Temperaturen.

Gedüngt werden die Sommerfrüchte etwas später als die schon im Herbst gesäten Winterfrüchte, weil sie erst noch Wurzeln schlagen müssen, um die Nährstoffe aufnehmen zu können. Bei der Düngung gibt es verschiedene Möglichkeiten wie Gülle, Mineraldünger, Festmist oder auch Gärsubstrate aus Biogasanlagen.

Für die Veränderungen des Klimas sind gerade die Landwirte besonders sensibel. So waren die Winter der vergangenen Jahre zu warm und zwischen April bis Juni schleicht sich eine „Frühsommer-Trockenheit“ ein, der Niederschlag nimmt in dieser Zeit also ab, dafür kommt es dann zur Ernte im Hochsommer häufiger zu heftigen Hitzegewittern. Das alles wirke sich jedoch nicht negativ auf den Ertrag aus, so Schulte. Nur der Sommer 2014 ist ihm im Gedächtnis geblieben: Der war nämlich zu nass und hatte einen hohen Qualitätsverlust der Getreide zur Folge. Für das kommende Wochenende ist aber erst einmal gutes Wetter angekündigt - bis zu 22 Grad sollen es werden. Der Fachmann geht deshalb davon aus, dass die Winterfrüchte einen ordentlichen Schuss in die Höhe machen werden. Denn „je wärmer der Boden, desto schneller ist das Wachstum“.

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