Schwerter Kanuten haben Weltmeisterschaften im Visier

Verein und Förderverein sind stolz auf ihre Sportler Gregor Kreul (r.) und Aaron Wiedermann. Der Vereinsvorsitzende Klaus Volke (r.) sowie Friedhelm Ewald (l.) und Stefan Knoche aus dem Förderverein wünschten den beiden am Samstag alles Gute. Foto: Bernd Masannek

Schwerte. Sie sind die beiden Aushängeschilder des Kanu- und Surf-Vereins Schwerte, der 18-jährige Slalom-Kanuathlet  Gregor Kreul und der 17-jährige Rennkanute Aaron Wiedermann. Trotz ihres jungen Alters  haben die beiden in ihren jeweiligen Disziplinen schon jede Menge Erfolge, darunter eine Reihe deutscher Meisterschaften und internationale Siege, erzielt.

Beide gehören mittlerweile der deutschen Junioren-Nationalmannschaft an. Für die beiden Ausnahmetalente des Schwerter Kanu- und Surf-Vereins wird es jetzt Ernst. Mitte Juli nimmt Gregor Kreul an der WM der Slalomkanuten im polnischen Krakau teil. Ende Juli ist es dann für Aaron Wiedermann so weit.  Bei der WM der Rennkanuten im weißrussischen Minsk startet er für Deutschland im Viererkanadier. Beide gehen recht optimistisch in ihre jeweils erste WM und hoffen auf respektable Ergebnisse.

Zurzeit sind der 18-jährige Abiturient und der 17-jährige Schüler eines Esseners Sportinternats in Sachen Nationalmannschaft viel unterwegs. Während Slalomspezialist Kreul gerade von einem einwöchigen Lehrgang aus Bratislava in die Ruhrstadt zurückgekehrt ist, macht sich sein Vereinskollege am Wochenende zunächst nach Linz in Österreich  und dann ins slowakische Piestany auf, um mit dem Nationalteam noch am letzten Schliff zu arbeiten.

Blickwinkel-Sportredakteur Bernd Masannek traf die beiden Ausnahmekönner anlässlich einer Ehrung für ihre Leistungen und Ernennung zu Junioren-Nationalmannschaftsmitgliedern im Bootshaus des Kanu- und Surf-Vereins zu einem Gespräch.

Blickwinkel: „Gregor und Aaron, wie und in welchem Alter seid ihr eigentlich zum Kanusport gekommen?

Gregor: „Mit zehn Jahren habe ich mit dieser Sportart begonnen und zwar durch den großen Bruder eines damaligen Freundes. Das hat mir alles so gut gefallen, dass ich bis heute beim Kanusport geblieben bin.“

Aaron: Ich bin durch meinen Opa dazu gekommen. Mein Großvater war ein großer Fan von Detlef Lewe, und er hat mir gesagt, dass ich es genauso machen solle wie er. Angefangen habe ich zu Ostern 2008, also mit neun Jahren.“

Blickwinkel: Welche Chancen oder Platzierungen rechnet ihr euch denn bei eurer ersten WM-Teilnahme aus?

Gregor: Das ist eine schwierige Frage. Da es meine erste WM ist, weiß ich nicht, wer da so alles startet und wie das Niveau des Teilnehmerfeldes ist. Ich lass das alles erst einmal auf michzukommen. Ich werde jedenfalls mein Bestes geben.“

Aaron: Ich werde auf jeden Fall im Vierer-Kanadier starten. Wir sind ein starkes Team und das A-Finale ist unser Ziel. Eine Medaille wäre allerdings unser Traum.“

Blickwinkel: Die Olympischen Spiele stehen im Sommer vor der Tür. Wie schätzt ihr denn die Erfolgsaussichten der deutschen Teilnehmer in euren Disziplinen ein?

Gregor: Die deutschen Teilnehmer sind bestimmt nicht schlecht und haben durchaus Chancen, Medaillen zu gewinnen. Aber die Konkurrenz, vor allem aus dem Osten, ist bärenstark. Warten wir mal ab, was bei den Wettkämpfen herauskommt.

Aaron: Deutschland hat sehr  gute Rennkanuten. Ich glaube, dass der amtierende Olympiasieger Sebastian Brendel gute Chancen haben wird,seinen in London gewonnenen Titel zu verteidigen.

Blickwinkel: Die nächsten Olympischen Spiele finden 2020 in Tokio statt. Denkt ihr schon daran und wie hoch schätzt ihr die Wahrscheinlichkeit ein, daran teilnehmen zu können?

Gregor: (lacht) Das ist sehr, sehr unwahrscheinlich Da müsste noch sehr viel passieren. Ich müsste mich - Stand heute- um 200 Prozent steigern und 50 Prozent meiner deutschen Konkurrenten müssten bis dahin aufhören. Aber träumen kann man ja mal.“

Aaron: Das ist sicherlich äußerst schwierig, aber ganz auszuschließen ist es nicht. Dazu gehört sicherlich bis dahin großen Aufwand zu betreiben sowie viel Ehrgeiz und jede Menge Selbstdisziplin zu haben. Wenn ich nach meiner Schulausbildung einen angestrebten Arbeitsplatz in der Sportförderungsgruppe bei der Bundespolizei finde, würde das die Trainingsbedingungen noch erheblich verbessern.“

Blickwinkel: „Gregor und Aaron, eine abschließende Frage. Was sind eurer Meinung  nach gute Gründe, weshalb Kinder mit dem Kanusport beginnen sollten?

Gregor:  Dieser Sport macht einfach Spaß. Man findet viele Freunde und kommt viel rum. Außerdem ist er auch gut für die Physis, denn er baut sehr gut Muskeln auf.“

Aaron: „Man ist immer an der frischen Luft  und bekommt dadurch den Kopf frei. Bei uns im Verein herrscht immer ein tolles Klima, die Zusammenarbeit mit den Trainern ist klasse. Wenn man mit  festen Partnern in einem Boot sitzt, lernt man sich zu vertrauen  und baut oft eine gute Beziehung zu ihnen auf, die meist über Jahre hält.“

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