Sommerkonzert: Junge Stimmen begeistern beim Gala-Abschlusskonzert

Schwerte. Der Opernabend, als Abschluss der 14-tägigen fünften internationalen Opernakademie am Sonntag in der Rohrmeisterei, bereitete den jungen Künstlern ebenso sichtlich Freude wie dem Publikum in der ausverkauften Halle 3. Das internationale Ensemble aus vier Kontinenten begeisterte mit einem musikalischen Querschnitt aus der Welt der Oper, den sie als Solisten oder im Duett präsentierten.

Ohne Frage, die Akademie-Absolventen gefielen ausnahmslos. Grandios schon der Auftakt. Kraftvoll, mit großer Gestik und voller Hingabe sangen Itzel Medecigo und Esmee Schoones die Charlotte und Tenor Khalil Essaied den Werther aus Massenets „Werther“, zwei Szenen einer Liebesgeschichte, die nicht gut ausgeht. Wie das eben so ist den meisten Opern. Judith Caspari sang die Arie der Titania, Charlotte Withen schlüpfte in die Rolle der Hermia aus Benjamin Brittens „A Midsummer Night’s dream“ und das wohl bekannteste Liebespaar Romeo und Julia fehlte auch nicht: Aus Vincenzo Bellinis Oper „I Capuleti ed i Montecchi“  sang Saya Kawashima Giuliettas Arie mit großer Geschmeidigkeit und Esmee Schoones schlüpfte in die Rolle von Stephano, Romeos Pagen, und sang die Arie „Que fais tu blanche tourterelle“.

Wundervoller Papageno - wundervolle Olympia

Bariton Benjamin de Wilde, „mit 21 Jahren unser Küken“, präsentierte die Arie des Doctor Malatesta aus Donizettis Oper „Don Pasquale“ und gab brillant den Papageno aus Mozarts Mozartflöte. Das Publikum war aus dem Häuschen. Ebenso wie bei der Darbietung von Nora Rose Cronin, die die Olympia, eine mechanische Puppe, aus Jaques Offenbachs „Hoffmanns Erzählungen“ mit kraftvollen Koloraturen, bezaubernder Gestik und Mimik zu Gehör brachte.

Die jungen Sängerinnen und Sänger spannten einen wunderbareren Bogen aus bekannten und weniger bekannten Opern. Jede Sängerin und jeder Sänger konnte sich über herzlichen Applaus und Bravo-Rufe freuen. Und was die Absolventen bis zum Morgen nicht wussten: das Konzert war erstmaliger ein kleiner Wettbewerb. Die Konzertgesellschaft Schwerte, die Stiftung zur Förderung der Chormusik in Schwerte sowie der Oratorienchor Kamen hatten für die geeignetsten Teilnehmer Preise ausgelobt: Die Ausgewählten bekommen in den Jahren 2016 und 2017 die Möglichkeit zusammen mit den Chören im Weihnachtsoratorium mit Begleitung der Neuen Philharmonie Westfalen aufzutreten. Eine fachkundige Jury, die sich während der 14-tägigen Opernakademie in Haus Villigst mehrfach die Teilnehmer angehört hatten, zog sich in der Pause zur Beratung zurück, um zum Ende dieses brillanten, fast dreistündigen Opernabends die Preise zu verleihen.

Zum Abschluss: Brindisi und Abendsegen

Nach der Pause durften die Zuhörer noch weitere Opernszenen voller Dramatik und Hingabe von den Komponisten Georg Friedrich Händel, Camille Saint-Saens, Giacomo Puccini und auch das klassische Spiritual „Ride on, King Jesus“ interpretiert von der erfahrenen Elizabeth Adekale genießen.

Dann der spannende Moment. Die Preisverleihung. Johanna Isokoski aus Finnland und Itzel Medecigo, Niederländerin mit mexikanischen Wurzeln, singen in diesem Jahr beim Bachschen Weihnachtsorarium in der St. Viktorkirche, Benjamin de Wilde wird 2017 dabei sein.

Es war ein wundervoller Konzertabend, durch den Yamina Maamar und Norbert Schmittberg von der Internationalen Opernakademie, charmant, voller Esprit und humorvoll führten. Zum Abschluss wurde mit „Brindis“ aus der Oper „ La Traviata“ von Giuseppe Verdi gefeiert und mit dem bekannten Abendsegen „Nehmt Abschied Brüder“ wurde dieses großartige Konzert beendet.

Nora Rose Cronin als Olympia mit Benjamin de Wilde. Foto: Christel R. Radix

Itzel Medecigo und Khalil Mohammed Essaied sangen die Charlotte und den Werther. Foto: Christel R. Radix

Sopranistin Johanna Isokowski singt in diesem Jahr in der Viktorkirche beim Weihnachtsoratorium. Foto: Christel R. Radix

Benjamin de Wilde aus bezaubernder „Paradiesvogel“ Papageno. Foto: Christel R. Radix

Nicht nur die Absolventen, auch die Moderatoren Yamina Maamar (Mitte, mit Mikro) und Norbert Schmittberg (3.v.li.) bereiteten dem Publikm einen wundervollen Konzertabend. Foto: Christel R. Radix

 

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