Vegan in Schwerte: Gastrobetriebe sollen kenntlich gemacht werden

Ernährung ganz ohne tierische Produkte: Diesen Menschen schmeckt es ausgezeichnet.

Von Nadine Przystow

Schwerte. Vor gut zwei Monaten hat sich eine Gruppe von Menschen zusammengefunden, die den veganen Lebensstil für sich entdeckt haben. Jetzt wollen sie Stück für Stück ein online verfügbares Verzeichnis aufbauen, das dem Nutzer zeigt, was und vor allem wo in Schwerte vegan gespeist werden kann. Das Café Herrlich am Markt steht schon drin. Hier trafen sich die Veganer am Dienstag für ihr monatliches Gruppentreffen und bekamen eine süß-scharfe Möhrensuppe mit Kokosmilch, Nudeln mit Bohnen, Cherrytomaten und Knoblauch sowie einen leckeren Pudding serviert – natürlich ganz ohne tierische Produkte.

Auf der regulären Speisekarte findet sich ebenfalls eine Auswahl an vegetarischem und veganem Essen, dazu gibt es alle Kaffeespezialitäten auch mit Sojamilch. „Ich merke einfach, dass es immer mehr Leute gibt, die bestimmte Dinge nicht vertragen können oder sich eben anders ernähren“, sagt Café-Inhaberin Sivita Boz.

Offenes Gespräch mit der Gastronomie

Ziel der vegetarisch-veganen Gruppe ist es nicht, die Schwerter Gastronomen dazu zu zwingen, vegane Gerichte auf ihre Karte zu setzen, „aber wir würden gerne mit ihnen in ein offenes Gespräch treten“, erklärt Jennifer Kampe. Heißt: Sie würden den Lokalen – wenn gewünscht – beratend zur Seite stehen, schauen, welche Speisen vielleicht schon vegan sind bzw. es durch andere Zutaten werden können.

Nach Stadtteilen sortiert sollen die Betriebe dann im Internet aufgelistet werden, „damit Interessierte wissen, wo sie vegan essen können. Wir wollen es ihnen so einfach wie möglich machen, einen Überblick über das Angebot in unserer Stadt zu bekommen“, so Jennifer Kampe. Geplant ist zudem entsprechende Restaurants mit einem „vegan-in-Schwerte“-Aufkleber auch nach außen hin zu kennzeichnen. Die Initiatorin betont, dass es bei dieser Aktion nicht darum gehe, eine Grundsatzdiskussion heraufzubeschwören oder jemanden zu belehren, sondern vielmehr darum, über Alternativen nachzudenken und die Hemmschwelle zu senken.

Vegan ist eine tierleidfreie Ernährung

Vegan bedeutet eine komplett tierleidfreie Ernährung. Anders als der Vegetarier verzichtet der Veganer nicht nur auf Fleisch, sondern auch auf Fisch, Eier, Käse, Sahne, etc. Wobei „verzichten“ eigentlich nicht das richtige Wort ist: „Für mich bedeutet vegan zu leben vielmehr ein Zugewinn, weil ich weiß, dass kein Tier leiden musste, damit ich einen vollen Magen habe. Da schmeckt es mir einfach besser“, sagt Katharina Klink. Sie findet es erschreckend, „wo überall unnötig tierische Produkte verarbeitet werden“ – beispielsweise in der Gemüsesuppe aus der Tüte.

Neben ethischen Aspekten im Hinblick auf die Wahrung der Tierrechte, spielt auch der Umweltgedanke eine wichtige Rolle: „Wenn das Gemüse schon teurer ist als das Fleisch, kann ja irgendwas nicht stimmen“, so Silke Burkhardt, die seit zwei Jahren vegan lebt. Für solche Bemerkungen werden Veganer und Vegetarier jedoch häufig als „Weltverbesserer“ abgetan. Permanente Rechtfertigungen vor den Arbeitskollegen oder der eigenen Familie gehören zu dieser bewussten Entscheidung dazu. Dafür gibt es allerdings ein gutes Gewissen beim Essen und das ist doch die Hauptsache: dass man sich wohlfühlt bei den Dingen, die man tut.

Auf der Internetseite www.veganinschwerte.de sollen in den kommenden Monaten unter dem Menüpunkt „Gastronomie“ die Schwerter Betriebe aufgelistet werden, die vegane Speisen anbieten. Außerdem können Rezepte und andere ‚vegane‘ Informationen ausgetauscht werden. Die Gruppe trifft sich jeden ersten Dienstag im Monat im Café Herrlich ab 19 Uhr zum gemeinsamen Austausch. Das nächste Treffen ist am 2. Juni.

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